Essen/Frühstück/Trinken

5 Million Kalorien und kein bisschen Reue

Das Frühstück ist ja laut unzähliger Ernährungswissenschaftler die wichtigste Mahlzeiten des Tages. Gut, damit wollten die schlauen Herrschaften wahrscheinlich nicht sagen, dass man Sauce Hollandaise, Speckstreifen und Eier in sich hineinspachteln darf. Aber was soll’s? Wenn ich schon mal in München im britischen Stil essen gehe, dann gehört das eben dazu – wie das Amen in der Kirche. Denn die Inselmenschen sind nicht nur bekannt für ihr „English Breakfast“, sondern können auch mit so manch anderen (perversen) Leckereien punkten. Und die gibt es, dank der weiten Verbreitung des Victorian House, gleich fünfmal in Minga.

Scones, Porridge, Englisch Breakfast, Omelettes, Baked Beans, Pankcakes und fünf verschiedene Sorten von Eggs Benedicts: Das Victorian House bietet wirklich alles, was ein britisches und auch mein Ex-Insel-Bewohner Herz höher schlagen lässt. Dabei schmeckt auch das, was ich schon probiert habe, wirklich toll und authentisch. Zum Beispiel werden die Scones mit Clotted Cream (geschlagene Sahne) und Marmelade serviert. Das Eggs Benedict – Toasties mit Schinken, pochierten Eiern und Sauce Hollandaise sowie wahlweise noch Speck dazu – ist auf die Sekunde genau perfekt und selbst das Omelett glänzt mit perfekt abgestimmten Zutaten und  Gewürzen. Kulinarisch ist das Victorian House also wirklich nicht das, was die britische Küche im Volksmund verspricht.

Es gibt dennoch ein ABER! Da die Lokale ziemlich stark ausgebucht sind, kann man am Wochenende trotz Reservierung nur in Schichten frühstücken. Das heißt: Die erste Runde ist von 9:30 Uhr bis 11:30 Uhr. Und danach kommen dann die Länger-Schläfer in den Frühstücksgenuss. Zugegeben, wirtschaftlich ist das sicher eine gute Idee, aber gastfreundlich und kundenorientiert ist etwas anderes.

Der ErfahrungsTipp: Die Besucher der Victorian Houses geben sich dem britischen Flair ziemlich stark hin. Das heißt, der Großteil der Besucher wird steif, arrogant und spießig. Oder sie sind es schon davor und lassen das nur in dem britischen Ambiente richtig raus. Das kann durchaus anstrengend sein, da die Tische ziemlich eng stehen. Aber bei der Qualität der Speisen kann man da drüber hinwegsehen.

Der FunFaktor: Ich liebe die gottgegebene Vielfalt der Menschen – und davon gibt es in diesem Lokal so einige zu sehen. Denn da sitzen die Münchner Zuagroasten mit ihren Eltern oder eben die frischgebackenen Eltern mit den Großeltern oder auch verkatert, verlotterte Hipsters. Mit anderen Worten: Es ist ein Sammelsurium an Leuten, das einem viel bietet. Es kann also wirklich lustig sein, wenn man sich darauf einlässt.

Der GesundheitsFaktor: Also, wenn man sich den Obstsalat bestellt, kann man es sicher umgehen, Millionen von Kalorien an Hüfte, Bein und Po zu verteilen. Aber deswegen geht man dort nicht hin. Daher sollte man für den restlichen Tag eher auf Kuchen-, Schnitzel- oder Bierverabredungen verzichten. Zumindest, wenn man wirklich Kalorien zählt.

Die GelbörsenBelastung: Billig ist es da nicht. Aber auch nicht übermäßig teuer. Es ist für mich dennoch kein Lokal, das ich jeden Sonntag besuchen werde. Aber wenn das Ich-Vermisse-London-Gefühl Überhand nimmt, dann ist es mir jeden einzelnen Cent wert.

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Und noch einmal, weil’s so schön ist: Das Eggs Benedict!

 

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