Kunst/Museum

Schnarchkonzert in Schwarz-Weiß

Ich liebe Fotos. Ich liebe Kunst. Und mit Geschichte kann man mich auch nicht unbedingt vergraulen. Zumindest, wenn sie interessant erzählt oder aufbereitet wird. Daher: Die Ausstellung „Deutschland in frühen Photgraphien 1840-1890“ schien perfekt für einen Sonntagvormittag. Die Betonung liegt auf ’schien‘. Denn wieder einmal mehr habe ich gelernt, dass Ausstellungsplakate den gleichen Effekt wie Kino-Trailer haben (können): Vielversprechend und gleichzeitig die vollständige Zusammenfassung aller Highlights.

Um es kurz zu machen: Es war langweilig. Es war tatsächlich eine Sammlung von kleinen Schwarz-Weiß Bildern. Die begleitenden Texte haben bei mir regelrechte Gähn-Anfälle ausgelöst und die Krönung war die lieblos zusammengestellte Anordnung der Bilder. Der Besucher wurde weder inhaltlich oder logistisch geführt, noch gab es ein schlüssiges Konzept, wie man sinnvoll wirklich alle Bilder sehen kann – ohne wie ein Irrer von der einen Wand zu gegenüberliegenden hin- und herzuhirrschen. Echt blöd. Das einzige Highlight war der „Rote Raum“, der Fotos von kostümierten Menschen zeigt. Das war lustig. Aber die Erklärung wie die Fotos damals gemacht wurden oder wie das Equipment aussah, fehlten komplett.

Vielleicht lag es an meinen Erwartungen. Vielleicht auch an der Beziehung, die man heutzutage dank iPhone & Co zu Bildern hat oder an der Restmüdigkeit. Aber 6,00 € Eintritt solltet ihr an einem Sonntag lieber in Kaffee und Kuchen investieren.

Der ErfahrungsTipp: Wenn ihr im Stadtmuseum seid, spart euch den Rundgang und geht lieber direkt in den Museumsshop, denn da hat Servus Heimat  einen ihrer Läden mit einem tollen Sortiment und einer Hier-finde-ich-für-jeden-etwas-Garantie.

Der FunFaktor: Der ist leider nicht vorhanden.

Die GeldbörsenBelastung: 6€ ist ja eigentlich nicht viel für eine Ausstellung. Aber für diese Ausstellung schon. Wie gesagt: Kuchen und Kaffee ist meine Empfehlung.

Stadtmuseum München

 

 

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Ein Kommentar zu “Schnarchkonzert in Schwarz-Weiß

  1. Ich denke es ging bei der Ausstellung nicht zwangsweise um die optische Qualität der Bilder, sondern vielmehr um deren Bedeutung. Es waren ja mit die ersten Aufnahmen der Zeit und ich denk die Ausstellung wollte einfach nur zeigen, was in der Zeit fotografiert wurde.

    Die Anordnung war allerdings sehr leb- und lieblos wie du schon geschrieben hast!

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