Sport

Morgenstund hat Frostbeulen am Bein

Ich bin kein Morgenmuffel und auch ohne Kaffee in der Früh einsatzbereit. Dennoch bringt der Mittwochmorgen immer wieder gleiche grausame  Herausforderung mit sich: Den Weg von den Duschen bis zum Dantebad-Becken, der (gefühlt) unendlich lang, gefährlich und gerade im Winter mit einer unumgänglichen Frostbeulen-Garantie behaftet ist.

Ich müsst euch das so vorstellen: Mittwochs macht das Dantebad, ein Münchener Schwimmbad mit beheiztem Außenbecken (50 m lang!) schon 7:00 Uhr in der Früh auf. Daher steht jeder schwimmfreudige Münchener auch schon ab 10 vor 7 an und will möglichst zuerst durch das (Hochsicherheits)Drehkreuz. Aber keine Sorge, die Damen und Herren in mintgrüner Uniform, also die Schwimmwächter, achten penibel darauf, dass es auch wirklich erst 7:00 Uhr passierbar ist. Und keine Sekunde eher.

Hat man die erste Hürde geschafft, kommt sogleich die zweite: Die Umkleidekabine. Denn jede Frau hat ihren Lieblingslocker. Es wird also gerannt, gedrängelt und auch schon mal ein Ellbogen gerammt. Sind sich die Weiblichkeit einmal einig, kommt der allergrößte Horror.  Der Von-der-Dusche-zum-Becken-Gang. Geschätze 50 Meter, gefühlte 50 km, muss man auf nassen Fliesen erst einen überdachten Gang entlangschreiten. Machbar, aber für den inneren Wärmehaushalt schon eine echte Herausforderung. Und dann kommen die letzten 15 Meter – unüberdacht, unter freiem Himmel, nicht windgeschützt  – von der Tür bis zur Beckenleiter.

Danach: die Erlösung! Die Badeschlappen werden von den Füßen geschmissen, Stufe für Stufe taucht der Körper langsam ins warme Nass und der Frühsport beginnt. 30 Bahnen á 50 Meter sind ein Muss. Und zwar in 45 Minuten Brustschwimmen. Sonst lohnt es sich ja nicht. Leider haben ein paar andere Schwimmer noch ambitioniertere Ziele und nehmen bei der Umsetzung nicht allzu viel Rücksicht auf die anderen Schwimmer. Aber keine Sorge: Zurücktreten ist eine gute Waffe und hat bisher immer gewirkt.

Fazit: Da ich Schwimmen liebe, kann ich an dieser Stelle nicht objektiv sein und muss sagen, dass trotz des anfänglichen Spießrutenlaufs der Mittwochmorgen, mein Schwimmmorgen für mich nicht nur sportlich ein Muss ist, sondern auch für die Seele. Aber ihr müsst es mir ja nicht nachmachen. Dann habe ich wenigstens mehr Platz zum Schwimmen….

Der ErfahrungsTipp: Wenn man es zeitlich einrichten kann, sollte man die Frühschwimmer-Stunde meiden und lieber erst gegen 8:00 Uhr (zumindest Mittwochs) ins Dantebad kommen. Dann sind nämlich die ganzen fanatischen „Ich-muss-noch-vor-der-Arbeit-unbedingt-sporteln“-Menschen mit ihrem Ego-Fitness durch und man kann die Bahnen (fast) für sich allein genießen.

Das GesundheitsPotenzial: Wir reden hier vom Schwimmen. Da purzeln die Pfunde mindestens genau so schnell wie beim Laufen. Also, los! Rein ins kalte, ähm, warme  Nass.

Der FunFaktor: Zugegeben, Schwimmen kann langweilig sein. Aber, wehe ihr habt die glorreiche Idee, mit nem Freund/ner Freundin schwimmen zu gehen. Dann drücke ich euren Kopf eigenhändig unter Wasser. Denn Nebeinanender-Schwimmer sind der Hass!

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